Kurzantwort
Protein (Eiweiß) besteht aus Aminosäuren, von denen der Körper neun nicht selbst bilden kann. Die DGE empfiehlt Erwachsenen zwischen 19 und 65 Jahren 0,8 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht und Tag, ab 65 Jahren 1,0 g. Mit Hülsenfrüchten, Soja, Getreide, Nüssen und Samen lässt sich der Bedarf auch vegan gut decken – Proteinpulver ist eine praktische Ergänzung, keine Pflicht.
Auf einen Blick
- DGE-Referenzwert: 0,8 g Protein pro kg Körpergewicht für Erwachsene von 19 bis unter 65 Jahren.
- Ab 65 Jahren nennt die DGE einen Schätzwert von 1,0 g pro kg Körpergewicht.
- Verschiedene Pflanzenproteine über den Tag kombinieren ergänzt das Aminosäurenprofil.
- Gute Quellen: Linsen, Bohnen, Tofu, Tempeh, Seitan, Erbsen, Hafer, Hanf- und Kürbiskerne.
- Protein trägt zu einer Zunahme an Muskelmasse und zur Erhaltung von Muskelmasse bei.
Die wichtigsten Fakten
0,8 g/kg
Referenzwert Protein/Tag, Erwachsene 19–64 Jahre (DGE)
1,0 g/kg
Schätzwert ab 65 Jahren (DGE)
9
unentbehrliche Aminosäuren, die der Körper nicht bildet
Pflanzliche Proteinquellen unterscheiden sich im Aminosäurenprofil: Hülsenfrüchte liefern viel Lysin, Getreide mehr schwefelhaltige Aminosäuren wie Methionin. Wer beides über den Tag verteilt isst, erhält ein vollständiges Profil – es muss nicht in jeder Mahlzeit kombiniert werden.
Die Proteinqualität wird oft mit dem DIAAS (Digestible Indispensable Amino Acid Score) beschrieben. Sojaprotein schneidet unter den Pflanzenproteinen besonders gut ab, Erbsenprotein liegt im Mittelfeld. Mischungen aus mehreren Quellen gleichen Schwächen einzelner Proteine aus.
Bedarf berechnen
| Körpergewicht | 0,8 g/kg (19–64 J.) | 1,0 g/kg (ab 65 J.) |
|---|---|---|
| 55 kg | 44 g | 55 g |
| 65 kg | 52 g | 65 g |
| 75 kg | 60 g | 75 g |
| 85 kg | 68 g | 85 g |
Rechenbeispiele auf Basis der DGE-Referenzwerte für gesunde Erwachsene. Für Sportler:innen werden in der Fachliteratur höhere Mengen diskutiert.
Praktisch heißt das: Plane in jede Hauptmahlzeit eine eiweißreiche Komponente ein, zum Beispiel Linsen im Curry, Tofu in der Pfanne, Tempeh im Sandwich oder Sojajoghurt mit Haferflocken und Kürbiskernen zum Frühstück. Snacks wie Edamame, Hummus oder eine Handvoll Erdnüsse runden den Tag ab. So erreichst du deinen Bedarf meist ohne Rechnerei.
Mythos: Pflanzliches Protein ist minderwertig.
Fakt: Einzelne Pflanzenproteine haben limitierende Aminosäuren, doch eine abwechslungsreiche Auswahl gleicht das aus. Soja liefert alle unentbehrlichen Aminosäuren in guten Mengen, Mischungen aus Erbse und Reis ergänzen sich ebenfalls. Entscheidend sind Menge und Vielfalt über den Tag.
Gut zu wissen: Protein trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei. Bei Nierenerkrankungen gelten andere Regeln – sprich eine deutlich erhöhte Proteinzufuhr dann mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab.
Alle Ratgeber zum Thema
Grundlagen
- Pflanzliches Protein: Bedarf, Quellen und wann Proteinpulver sinnvoll ist
- Proteinbedarf Muskelaufbau vegan: g pro kg, Verteilung, Rechenbeispiel
- Erbsen-, Reis-, Sojaprotein: Aminosäuren, DIAAS und Kombinationen
- Aminosäuren und die Schilddrüse – biochemisch einfach erklärt
Lebensmittel und Rezepte
- Vegane Proteinquellen: Tabelle mit 40 Lebensmitteln nach Gramm Protein
- Proteinreiches veganes Frühstück: 10 Ideen mit Grammangaben
- Veganes Meal Prep: Wochenplan mit Proteinfokus und Einkaufsliste
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- Proteinshake vor oder nach dem Training? Das anabole Fenster erklärt
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Zum Produkt →Häufige Fragen
Wie viel Protein brauche ich bei veganer Ernährung?
Die DGE nennt für Erwachsene 0,8 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht und Tag, ab 65 Jahren 1,0 g. Bei 70 kg sind das 56 g. Weil Pflanzenprotein teils etwas schlechter verdaulich ist, planen viele Veganer:innen mit einem kleinen Puffer und verteilen eiweißreiche Lebensmittel auf mehrere Mahlzeiten.
Muss ich Proteine in jeder Mahlzeit kombinieren?
Nein. Der Körper nutzt Aminosäuren aus allen Mahlzeiten eines Tages. Es reicht, über den Tag verschiedene Quellen zu essen – zum Beispiel Hülsenfrüchte und Getreide. Die Idee, Proteine zwingend in jeder Mahlzeit zu kombinieren, gilt als überholt.
Ist ein Proteinpulver notwendig?
Nein. Proteinpulver ist eine praktische Option, wenn du viel trainierst, wenig Zeit hast oder deinen Bedarf mit Mahlzeiten schwer erreichst. Für die meisten Menschen lässt sich der Bedarf über Lebensmittel decken. Achte bei Pulvern auf die Proteinquelle, den Eiweißgehalt pro Portion und eine kurze Zutatenliste.
Wann sollte ich einen Proteinshake trinken?
Für den Muskelaufbau zählt vor allem die gesamte Eiweißzufuhr über den Tag. Ob du den Shake vor oder nach dem Training trinkst, ist zweitrangig. Viele nutzen ihn nach dem Training oder als Teil des Frühstücks, weil er sich dort gut in die Routine einfügt.
Welche pflanzlichen Lebensmittel liefern am meisten Protein?
Viel Protein pro 100 g liefern Seitan, Tempeh, Tofu, Sojabohnen, Linsen, Kichererbsen, Erbsen, Hanfsamen, Kürbiskerne und Erdnüsse. Auch Haferflocken und Vollkornnudeln tragen spürbar bei. Eine Tabelle mit 40 Lebensmitteln nach Gramm Protein findest du in unseren Ratgebern.
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Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – Referenzwerte Protein
- Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) – Dietary Reference Values for protein
- NIH Office of Dietary Supplements
- EU-Register der nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026 · Yes Vegan Redaktion









