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Magnesiumreiche Lebensmittel vegan: Tabelle mit mg pro Portion

Kurzantwort

Die magnesiumreichsten veganen Lebensmittel sind Hanfsamen, Kürbiskerne, Weizenkleie, Kakao, Leinsamen, Sesam und Chiasamen mit rund 330 bis 700 mg pro 100 g. Für den Alltag zählen aber die Portionen: Eine Handvoll Kürbiskerne liefert etwa 165 mg, 60 g Amaranth rund 150 mg und eine Portion schwarze Bohnen gut 100 mg. Mit Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen erreichst du die DGE-Schätzwerte von 300 mg (Frauen) bzw. 350 mg (Männer) pro Tag gut über die Ernährung.

Auf einen Blick

  • Magnesium ist ein essenzieller Mineralstoff; die DGE nennt als Schätzwert 300 mg pro Tag für Frauen und 350 mg für Männer.
  • Samen und Kerne sind die dichtesten Quellen, Vollkorn und Pseudogetreide liefern pro Mahlzeit die größten Mengen.
  • Hülsenfrüchte, Tofu, Tempeh und grünes Blattgemüse tragen zuverlässig bei – Banane und Avocado weniger, als oft behauptet wird.
  • Einweichen, Keimen und Sauerteig können Phytat reduzieren, das die Aufnahme von Mineralstoffen hemmen kann.
  • Auch Leitungs- und Mineralwasser kann Magnesium liefern: Ab mehr als 50 mg pro Liter darf ein Mineralwasser als „magnesiumhaltig“ bezeichnet werden.

Warum Pflanzen beim Magnesium vorne liegen

Magnesium ist ein Mineralstoff, der in Pflanzen eine zentrale Rolle spielt: Er sitzt im Zentrum des Chlorophylls, also des grünen Blattfarbstoffs. Außerdem speichern Samen und Körner Magnesium als Reserve für den Keimling. Deshalb gehören genau diese Pflanzenteile – Samen, Kerne, Vollkorn und Hülsenfrüchte – zu den besten Quellen überhaupt.

Für eine vegane Ernährung ist das eine gute Nachricht. Während Nährstoffe wie Vitamin B12 oder Jod gezielt geplant werden müssen, ist Magnesium bei einer abwechslungsreichen, vollwertigen Pflanzenkost meist reichlich vorhanden. Kritisch wird es eher, wenn viel Weißmehl, Fertigprodukte und wenig Hülsenfrüchte auf dem Teller landen.

Im Körper ist Magnesium an über 300 Enzymreaktionen beteiligt. Die EU hat dafür unter anderem folgende Angaben zugelassen: Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei. Magnesium trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei. Magnesium trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei.

300 mg

Schätzwert Magnesium/Tag für Frauen (DGE, 2021)

350 mg

Schätzwert Magnesium/Tag für Männer (DGE, 2021)

ca. 165 mg

Magnesium in 30 g Kürbiskernen

Die große Tabelle: Magnesium pro 100 g und pro Portion

Die folgende Tabelle zeigt gängige vegane Lebensmittel, sortiert nach ihrem Magnesiumgehalt pro 100 g. Die Spalte „pro Portion“ ist für den Alltag aussagekräftiger: Kakaopulver ist pro 100 g ein Spitzenreiter, aber niemand isst 100 g davon. Bohnen dagegen haben pro 100 g wenig, liefern pro Teller aber viel.

Lebensmittel Magnesium pro 100 g Typische Portion Magnesium pro Portion
Hanfsamen, geschält ca. 700 30 g (3 EL) ca. 210
Weizenkleie ca. 610 10 g (2 EL) ca. 60
Kürbiskerne ca. 550 30 g (Handvoll) ca. 165
Kakaopulver, ungesüßt ca. 500 10 g (2 TL) ca. 50
Leinsamen ca. 390 15 g (1½ EL) ca. 60
Sesam ca. 350 10 g (1 EL) ca. 35
Chiasamen ca. 335 15 g (1½ EL) ca. 50
Sonnenblumenkerne ca. 325 30 g ca. 100
Cashewkerne ca. 260–290 30 g ca. 80–85
Mandeln ca. 270 30 g ca. 80
Amaranth (roh) ca. 250 60 g ca. 150
Buchweizen (roh) ca. 230 60 g ca. 140
Zartbitterschokolade 70–85 % ca. 230 20 g (2 Riegel) ca. 45
Quinoa (roh) ca. 195 60 g ca. 115
Erdnüsse ca. 170 30 g ca. 50
Walnüsse ca. 160 30 g ca. 50
Haferflocken ca. 130–140 50 g ca. 65–70
Hirse (roh) ca. 115 60 g ca. 70
Spinat (gegart) ca. 85 150 g ca. 130
Tempeh ca. 80 100 g ca. 80
Vollkornbrot ca. 60–80 100 g (2 Scheiben) ca. 60–80
Schwarze Bohnen (gegart) ca. 70 150 g ca. 105
Edamame (gegart) ca. 60 100 g ca. 60
Tofu, fest ca. 30–60 150 g ca. 45–90
Kichererbsen (gegart) ca. 48 150 g ca. 70
Kidneybohnen (gegart) ca. 45 150 g ca. 70
Linsen (gegart) ca. 36 150 g ca. 55
Avocado ca. 30 100 g (½ Frucht) ca. 30
Banane ca. 27 120 g (1 Stück) ca. 30
Kartoffeln (gegart) ca. 20–25 200 g ca. 40–50

Gerundete Richtwerte auf Basis gängiger Nährwertdatenbanken (u. a. USDA FoodData Central). Der tatsächliche Gehalt schwankt je nach Sorte, Boden, Verarbeitung und Hersteller. Bei Getreide und Pseudogetreide beziehen sich die Werte auf das Rohgewicht. Beim Tofu hängt der Gehalt stark vom Gerinnungsmittel ab: Mit Nigari (Magnesiumchlorid) hergestellter Tofu enthält tendenziell mehr Magnesium.

Gut zu wissen: Schau bei verpackten Produkten auf die Nährwerttabelle. Magnesium muss dort nicht angegeben werden – wenn es angegeben ist, findest du auch den Anteil an der Referenzmenge (NRV), die in der EU für Magnesium bei 375 mg liegt.

Die Top-Quellen nach Lebensmittelgruppe

Samen und Kerne: die Konzentrate

Hanfsamen, Kürbiskerne, Leinsamen, Sesam, Chia und Sonnenblumenkerne sind die magnesiumdichtesten Lebensmittel überhaupt. Schon eine Handvoll deckt einen großen Teil des Tagesbedarfs. Praktisch: Sie lassen sich in Müsli, Salate, Bowls, Suppen und Brotteig streuen, ohne dass du deine Ernährung umstellen musst.

Vollkorn und Pseudogetreide: die Mengenlieferanten

Amaranth, Buchweizen, Quinoa, Hirse und Haferflocken liefern pro Mahlzeit oft 70 bis 150 mg. Beim Getreide gilt: Das Magnesium sitzt vor allem in den Randschichten und im Keim. Bei der Herstellung von Weißmehl geht deshalb ein Großteil verloren. Vollkornbrot statt Weißbrot ist einer der einfachsten Hebel.

Hülsenfrüchte und Sojaprodukte: die Allrounder

Bohnen, Kichererbsen, Linsen, Edamame, Tofu und Tempeh bringen neben Magnesium auch Protein, Eisen, Zink und Ballaststoffe mit. Eine Portion schwarze Bohnen liefert gut 100 mg. Mehr zu den Proteinwerten findest du in unserem Artikel Pflanzliches Protein: Bedarf, Quellen und Pulver.

Grünes Blattgemüse: mehr als nur Deko

Spinat, Mangold und andere dunkelgrüne Blattgemüse enthalten viel Magnesium, weil sie viel Chlorophyll haben. Gegart fällt das Volumen stark zusammen, sodass eine Portion von 150 g realistisch ist und rund 130 mg liefert. Spinat enthält allerdings auch Oxalsäure, die die Aufnahme von Mineralstoffen etwas verringern kann.

Kakao und Zartbitterschokolade: der Genussfaktor

Ungesüßtes Kakaopulver und dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil sind überraschend magnesiumreich. Ein Löffel Kakao im Porridge oder zwei Stücke Zartbitterschokolade sind ein schöner Beitrag – als Hauptquelle eignen sie sich wegen Zucker und Energiegehalt aber nicht.

Phytat, Einweichen, Mineralwasser: was die Aufnahme beeinflusst

Wie viel Magnesium aus einem Lebensmittel tatsächlich im Körper ankommt, hängt nicht nur vom Gehalt ab. Mehrere Faktoren spielen eine Rolle – einige davon kannst du in der Küche beeinflussen.

  • Phytat (Phytinsäure) ist der Phosphorspeicher von Samen, Getreide und Hülsenfrüchten. Es kann Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen und Zink binden und ihre Aufnahme verringern.
  • Oxalsäure kommt vor allem in Spinat, Mangold und Rhabarber vor und kann Mineralstoffe ebenfalls binden.
  • Hohe Mengen anderer Mineralstoffe aus Nahrungsergänzungsmitteln (z. B. Calcium, Eisen, Zink) können laut DGE die Magnesiumaufnahme hemmen. Bei normalen Mengen aus Lebensmitteln ist das nicht relevant.
  • Der Versorgungsstatus spielt mit: Ist die Zufuhr niedrig, nimmt der Darm anteilig mehr Magnesium auf; ist sie hoch, scheiden die Nieren mehr aus.

Die gute Nachricht: Mit einfachen Küchentechniken lässt sich der Phytatgehalt senken. Das kommt nicht nur Magnesium zugute, sondern auch Zink und Eisen.

  1. Hülsenfrüchte einweichen: Getrocknete Bohnen und Kichererbsen 8 bis 12 Stunden einweichen und das Einweichwasser wegschütten.
  2. Keimen lassen: Gekeimte Linsen, Mungbohnen oder Buchweizen haben einen niedrigeren Phytatgehalt.
  3. Sauerteig wählen: Bei langer Teigführung bauen Enzyme einen Teil des Phytats im Getreide ab.
  4. Haferflocken einweichen: Overnight Oats sind praktisch; der Effekt auf Phytat ist bei Hafer allerdings eher gering, weil Hafer selbst wenig phytatabbauende Enzyme enthält.
  5. Nicht weglassen, sondern kombinieren: Phytatreiche Lebensmittel sind trotzdem hervorragende Magnesiumquellen. Abwechslung ist sinnvoller, als sie zu meiden.

Unterschätzte Quelle: Auch Wasser zählt: Hartes Leitungswasser enthält mehr Magnesium als weiches. Mineralwasser darf laut Mineral- und Tafelwasser-Verordnung ab mehr als 50 mg Magnesium pro Liter als „magnesiumhaltig“ bezeichnet werden. Den genauen Gehalt findest du auf dem Etikett oder bei deinem Wasserversorger.

Beispieltag: So kommst du auf 300 bis 350 mg

Wie sieht das in der Praxis aus? Der folgende Beispieltag zeigt, dass eine vollwertige vegane Ernährung den Schätzwert ohne Mühe erreichen kann. Die Werte sind gerundet und dienen der Orientierung.

Mahlzeit Zusammensetzung Magnesium (ca.)
Frühstück 50 g Haferflocken, 15 g Leinsamen, 250 ml Sojadrink, 1 Banane ca. 195–220 mg
Snack 30 g Kürbiskerne ca. 165 mg
Mittagessen Bowl mit 60 g Quinoa (roh), 150 g Kichererbsen, Gemüse ca. 190 mg
Abendessen 2 Scheiben Vollkornbrot, 100 g Tofu, Salat ca. 90–140 mg
Summe ca. 640–715 mg

Beispielrechnung mit gerundeten Durchschnittswerten aus der Tabelle oben; Sojadrink mit ca. 40–60 mg pro 250 ml. Die tatsächliche Aufnahme im Darm ist geringer als die Zufuhr.

Das Beispiel zeigt: Selbst ohne Spinat, Kakao oder Hanfsamen liegt dieser Tag deutlich über dem Schätzwert. Wer dagegen morgens Weißbrot mit Marmelade, mittags Nudeln aus Weißmehl und abends ein Fertiggericht isst, kann schnell unter 200 mg landen.

Wenn du deine gesamte Nährstoffplanung im Blick behalten willst, lohnt sich unser Überblick Vegane Nährstoffversorgung: alle Nährstoffe im Blick.

Banane, Spinat, Schokolade: Mythen im Check

Mythos: Bananen sind die beste Magnesiumquelle.

Fakt: Eine Banane liefert rund 30 mg Magnesium – das ist ein ordentlicher Beitrag, aber weit entfernt von 30 g Kürbiskernen mit rund 165 mg. Bananen sind eher für Kalium und als Snack bekannt.

Mythos: Spinat ist wegen seines Magnesiums allen anderen Gemüsen überlegen.

Fakt: Spinat ist tatsächlich reich an Magnesium, enthält aber auch Oxalsäure, die die Aufnahme etwas verringern kann. Er ist eine gute, aber keine überragende Quelle. Hülsenfrüchte und Vollkorn sind im Alltag oft verlässlichere Lieferanten.

Mythos: Schokolade ist ein gesunder Magnesiumlieferant.

Fakt: Zartbitterschokolade mit 70 bis 85 % Kakao enthält rund 230 mg Magnesium pro 100 g. Sie liefert aber auch viel Fett, Zucker und Energie. Zwei Stücke sind ein netter Bonus, keine Strategie.

Mythos: Wer viel Sport treibt, braucht automatisch ein Magnesium-Präparat.

Fakt: Die DGE-Schätzwerte gelten unabhängig vom Aktivitätsniveau. Wer viel trainiert, isst meist auch mehr – und nimmt dadurch oft mehr Magnesium auf. Ob eine Ergänzung sinnvoll ist, hängt von der tatsächlichen Ernährung ab.

Wann eine Ergänzung sinnvoll sein kann

Für die meisten Veganer:innen ist Magnesium kein Problemnährstoff. Es gibt aber Situationen, in denen die Zufuhr über die Ernährung knapp werden kann – oder in denen eine Ergänzung schlicht praktischer ist.

  • Du isst wenig Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen, etwa wegen Unverträglichkeiten oder Zeitmangel.
  • Du isst insgesamt sehr wenig, zum Beispiel in einer Phase mit reduzierter Energiezufuhr.
  • Du hast Darmerkrankungen oder chronische Durchfälle, die laut DGE zu einem sekundären Magnesiummangel führen können – das gehört ärztlich begleitet.
  • Du nimmst dauerhaft Medikamente, die den Magnesiumhaushalt beeinflussen können, etwa bestimmte Diuretika oder Magensäureblocker. Sprich das in der Arztpraxis an.
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Häufige Fragen

Welches vegane Lebensmittel hat am meisten Magnesium?

Pro 100 g gehören geschälte Hanfsamen mit rund 700 mg, Weizenkleie mit rund 610 mg und Kürbiskerne mit rund 550 mg zu den Spitzenreitern. Auch ungesüßtes Kakaopulver liegt bei etwa 500 mg. Im Alltag zählen aber die Portionen: 30 g Kürbiskerne liefern etwa 165 mg und damit mehr als die Hälfte des Schätzwerts für Frauen.

Wie viel Magnesium brauche ich pro Tag?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt seit 2021 als Schätzwert für Erwachsene 300 mg Magnesium pro Tag für Frauen und 350 mg für Männer. Diese Werte gelten auch in Schwangerschaft und Stillzeit. Sie beziehen sich auf die gesamte Zufuhr aus Lebensmitteln, Getränken und gegebenenfalls Nahrungsergänzungsmitteln.

Bekommen Veganer:innen genug Magnesium?

Bei einer abwechslungsreichen, vollwertigen veganen Ernährung ist die Magnesiumzufuhr meist gut, weil Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen zu den besten Quellen gehören. Knapp kann es werden, wenn viel Weißmehl und Fertigprodukte gegessen werden oder die Energiezufuhr insgesamt niedrig ist. Ein Ernährungsprotokoll über ein paar Tage zeigt dir, wo du stehst.

Geht Magnesium beim Kochen verloren?

Magnesium ist ein Mineralstoff und wird durch Hitze nicht zerstört. Es kann aber ins Kochwasser übergehen, besonders bei Gemüse und Hülsenfrüchten. Verwende das Kochwasser deshalb, wenn möglich, für Suppen oder Saucen mit, oder dämpfe Gemüse statt es lange zu kochen. Beim Einweichwasser von Hülsenfrüchten ist Wegschütten dagegen sinnvoll.

Ist Magnesium aus Lebensmitteln besser als aus Kapseln?

Lebensmittel liefern Magnesium zusammen mit Ballaststoffen, Protein und vielen anderen Nährstoffen – deshalb steht die Ernährung immer an erster Stelle. Magnesium aus Nahrungsergänzungsmitteln kann sinnvoll sein, wenn die Ernährung nicht ausreicht. Im Unterschied zu Lebensmitteln können Präparate in größeren Mengen abführend wirken, deshalb ist die Verzehrempfehlung wichtig.

Enthält Mineralwasser viel Magnesium?

Das ist sehr unterschiedlich. Manche Mineralwässer enthalten nur wenige Milligramm pro Liter, andere über 100 mg. Ab mehr als 50 mg pro Liter darf ein Wasser als „magnesiumhaltig“ bezeichnet werden. Auch Leitungswasser kann je nach Region einen Beitrag leisten; hartes Wasser enthält mehr Magnesium als weiches. Den Gehalt erfährst du beim örtlichen Wasserversorger.

Quellen

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026 · Yes Vegan Redaktion

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