
Titelbild: KI-generiert, Darstellung beispielhaft.
Kurzantwort
Welche Nahrungsergänzungsmittel Frauen brauchen, hängt vor allem von der Lebensphase ab. Mit Menstruation steht Eisen im Fokus, bei Kinderwunsch Folsäure (400 µg täglich, mindestens 4 Wochen vor der Empfängnis), in Schwangerschaft und Stillzeit zusätzlich Jod und die Omega-3-Fettsäure DHA, in den Wechseljahren Vitamin D und Calcium. Bei veganer Ernährung kommt in jeder Phase Vitamin B12 dazu. Alles andere ist individuell und gehört im Zweifel ins Gespräch mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
Auf einen Blick
- Menstruierende Frauen brauchen laut DGE 16 mg Eisen am Tag, nach den Wechseljahren 14 mg.
- Folsäure bei Kinderwunsch: 400 µg täglich, spätestens 4 Wochen vor der Schwangerschaft bis zum Ende des ersten Drittels.
- Jod in Schwangerschaft und Stillzeit: zusätzlich 100 (bis 150) µg täglich, bei Schilddrüsenerkrankungen nur nach ärztlicher Rücksprache.
- In den Wechseljahren rücken Calcium (1.000 mg) und Vitamin D in den Vordergrund.
- Vitamin B12 ist bei veganer Ernährung in jeder Lebensphase Pflicht.
Mit 16 hat man dir vielleicht Eisentabletten in die Hand gedrückt, mit 30 kam die Folsäure, und mit 50 erzählt dir die Freundin von Calcium und Vitamin D. Wer als Frau durch die Drogerie läuft, findet Regale voller Nahrungsergänzungsmittel für Frauen, gerne in Rosa. Die Frage ist nur: Was davon brauchst du in deiner aktuellen Phase wirklich?
Die ehrliche Antwort: weniger, als die Regale vermuten lassen, aber an den richtigen Stellen mehr, als viele denken. In diesem Artikel gehen wir die Lebensphasen einzeln durch. Mit den Empfehlungen der Fachgesellschaften, konkreten Zahlen und einem eigenen Blick auf vegane Ernährung.
Nahrungsergänzungsmittel für Frauen: Welche Phase braucht was?
Der Körper einer Frau verändert sich über die Jahrzehnte deutlich, und damit auch der Bedarf an einzelnen Nährstoffen. Hier die Übersicht nach den aktuellen Referenzwerten der DGE und den Empfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben:
| Lebensphase | Besonders im Fokus | Was gilt |
|---|---|---|
| Mit Menstruation | Eisen | 16 mg pro Tag über die Ernährung, Präparat nur nach Blutwert |
| Kinderwunsch | Folsäure, Jod | 400 µg Folsäure täglich als Präparat, Jodversorgung klären |
| Schwangerschaft | Folsäure, Jod, DHA, Eisen | Folsäure bis Ende des 1. Drittels, 100 bis 150 µg Jod, mind. 200 mg DHA, Eisen 27 mg (Präparat nur nach ärztlicher Prüfung) |
| Stillzeit | Jod, DHA | 100 µg Jod als Präparat, DHA weiter beachten, Eisen 16 mg |
| Wechseljahre und danach | Vitamin D, Calcium | 1.000 mg Calcium, 20 µg Vitamin D bei fehlender Eigensynthese, Eisen sinkt auf 14 mg |
Wichtig zum Lesen: Die DGE-Werte beschreiben die empfohlene Gesamtzufuhr pro Tag, nicht die Menge, die du zusätzlich als Präparat brauchst. Den Großteil liefert im Idealfall dein Teller.
Mit Menstruation: Warum Eisen das Hauptthema ist
Mit jeder Periode verlierst du Blut, und damit Eisen. Deshalb liegt der Referenzwert für menstruierende Frauen bei 16 mg pro Tag, für Männer nur bei 11 mg. Bei starken Blutungen kann der Verlust noch deutlich höher sein. Eisen trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei, und ein leerer Eisenspeicher macht sich oft genau so bemerkbar.
Bevor du aber zu Eisentabletten greifst: Lass erst den Ferritinwert bestimmen. Eisen ist kein Nährstoff, den man „auf Verdacht“ nimmt, denn der Körper kann überschüssiges Eisen kaum ausscheiden. Wenn ein Mangel festgestellt wird, ist ein Präparat wie unser Eisen Komplex mit 20 mg Eisen aus Eisenbisglycinat und 40 mg Vitamin C pro Kapsel eine Option, idealerweise abgestimmt mit deiner Ärztin. Vitamin C erhöht die Eisenaufnahme.
Über die Ernährung kannst du viel tun: Hülsenfrüchte, Haferflocken, Kürbiskerne und Tofu regelmäßig einplanen, dazu Vitamin-C-reiches Gemüse oder Obst zur Mahlzeit und Kaffee oder Tee lieber mit etwas Abstand. Wie du deinen Eisenbedarf mit Zyklus und Sport clever planst, erklären wir in Eisenbedarf von Frauen.
Kleines Rechenbeispiel: 50 g Haferflocken (ca. 2,2 mg), 150 g gekochte Linsen (ca. 5 mg), 20 g Kürbiskerne (ca. 1,8 mg) und zwei Scheiben Vollkornbrot (ca. 2 mg) ergeben zusammen rund 11 mg. Für 16 mg braucht es also noch etwas mehr Planung, zum Beispiel Tofu, Kichererbsen oder Hirse am Abend.
Kinderwunsch: Folsäure rechtzeitig starten
Bei Kinderwunsch ist die Empfehlung eindeutig und gilt für alle Frauen, egal wie gesund sie essen: Zusätzlich zur folatreichen Ernährung sollst du täglich 400 µg Folsäure als Präparat einnehmen. Und zwar spätestens 4 Wochen vor der Empfängnis bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels. Der Grund: Das Neuralrohr des Embryos schließt sich in den ersten Wochen, oft bevor du überhaupt weißt, dass du schwanger bist.
Weil viele Schwangerschaften ungeplant beginnen, ist eine gute Folatversorgung für alle Frauen im gebärfähigen Alter sinnvoll. Dazu kommt Jod: Wer schwanger werden möchte, sollte schon vorher auf eine gute Jodversorgung achten und mit der Ärztin besprechen, ob ein Präparat sinnvoll ist. Mehr dazu in Kinderwunsch: Warum Folat und Jod schon Monate vorher wichtig sind.
Schwangerschaft und Stillzeit: Jod, DHA und mehr
In der Schwangerschaft steigt der Bedarf an vielen Nährstoffen, der Energiebedarf aber nur moderat. Die Devise lautet daher: nicht für zwei essen, sondern doppelt so gut. Diese Nährstoffe stehen besonders im Fokus:
- Folsäure: 400 µg täglich bis zum Ende des ersten Drittels, danach nach ärztlicher Rücksprache.
- Jod: Die DGE empfiehlt Schwangeren zusätzlich zu einer Ernährung mit Jodsalz 100 (bis 150) µg Jod täglich als Präparat, Stillenden 100 µg. Bei einer Schilddrüsenerkrankung vorher ärztlich abklären.
- DHA: Schwangere, die nicht regelmäßig fettreichen Meeresfisch essen, sollten laut Netzwerk Gesund ins Leben mindestens 200 mg DHA täglich ergänzen. Für Veganerinnen kommt dafür Algenöl infrage.
- Eisen: Der Referenzwert liegt bei 27 mg. Ein Präparat gibt es nur, wenn die Ärztin einen Bedarf feststellt.
- Vitamin D: Wie für alle Erwachsenen gilt ein Schätzwert von 20 µg bei fehlender Eigenbildung über die Haut.
Ein ganz wichtiger Punkt: Vitamin A als Retinol solltest du in der Schwangerschaft nicht ohne ärztliche Rücksprache über Präparate zuführen. Viele allgemeine Multivitamine für Frauen enthalten Retinol und sind deshalb für Schwangere nicht geeignet. Lies das Etikett genau und stimme alle Präparate mit deiner Frauenärztin oder Hebamme ab.
Wie das alles bei veganer Ernährung zusammenpasst, haben wir ausführlich in Vegan schwanger und für die Zeit nach der Geburt in Vegan in der Stillzeit aufgeschrieben.
Passend zum Thema: Mama Multi
Mama Multi ist ein veganes Präparat für Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit. Eine Kapsel enthält 400 µg Folsäure, 7 mg Eisen, 125 mg Calcium, 30 mg Magnesium, 10 µg Vitamin D, 40 mg Vitamin C, 40 µg Biotin, 3,75 µg Vitamin B12 sowie die Vitamine B1, B2, B3, B5 und B6. Folat trägt zum Wachstum des mütterlichen Gewebes während der Schwangerschaft bei. Mama Multi enthält kein Vitamin A und kein Jod, Jod und DHA ergänzt du bei Bedarf separat und nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
Wechseljahre: Vitamin D und Calcium im Blick
Mit den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel, und das hat Folgen für die Knochen: Der Knochenabbau beschleunigt sich. Deshalb rücken jetzt Calcium und Vitamin D in den Vordergrund. Calcium wird für die Erhaltung normaler Knochen benötigt, und auch Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei.
Der Referenzwert für Calcium liegt bei 1.000 mg pro Tag. Das klingt viel, ist aber auch vegan machbar: Mineralwasser gilt ab 150 mg Calcium pro Liter als calciumreich, manche Sorten liefern deutlich mehr. Ein Glas angereicherter Pflanzendrink (250 ml mit 120 mg pro 100 ml) bringt rund 300 mg. Dazu Grünkohl, Brokkoli, Mandeln und mit Calciumsulfat hergestellter Tofu. Bevor du zu hoch dosierten Calciumpräparaten greifst, lohnt sich ein Blick darauf, wie viel du schon über Essen und Trinken bekommst.
Gute Nachricht beim Eisen: Ohne Menstruation sinkt der Bedarf auf 14 mg. Wer jahrelang Eisen genommen hat, sollte das jetzt überprüfen lassen. Beim Vitamin D lohnt im Winter ein Blick auf den 25-OH-D-Wert. Als einfache Basis mit Vitamin D3, Calcium, Jod und B12 in einer Kapsel kann Vegan Complete passen. Prüfe dabei, was du sonst noch nimmst, damit sich nichts doppelt. Mehr zum Thema Älterwerden findest du in Vegan ab 50.
Vitamine für Frauen bei veganer Ernährung
Für vegan lebende Frauen gilt in jeder Lebensphase: Vitamin B12 muss ergänzt werden. In der Schwangerschaft steigt der Referenzwert von 4 auf 4,5 µg, in der Stillzeit auf 5,5 µg. Ein Mangel kann für das Kind ernste Folgen haben, deshalb ist hier besondere Sorgfalt gefragt.
Daneben verdienen bei veganer Ernährung Jod, Eisen, Zink, Calcium, Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren besondere Aufmerksamkeit. Eine gute Strategie: Erst den Speiseplan anschauen, dann gezielt Blutwerte checken lassen, dann ergänzen. Und nicht zehn Präparate gleichzeitig, sondern so wenig wie möglich, so viel wie nötig. Wer mehrere Produkte kombiniert, sollte überschneidende Nährstoffe wie Folsäure, Eisen oder Vitamin D immer zusammenrechnen.
Häufige Fragen
Welche Vitamine sind für Frauen besonders wichtig?
Das hängt von der Lebensphase ab. Mit Menstruation ist es vor allem Eisen, bei Kinderwunsch Folsäure, in Schwangerschaft und Stillzeit Jod und DHA, in den Wechseljahren Vitamin D und Calcium. Bei veganer Ernährung kommt immer Vitamin B12 dazu.
Ab wann sollte ich Folsäure nehmen, wenn ich schwanger werden möchte?
Spätestens 4 Wochen vor der Empfängnis, empfohlen sind 400 µg Folsäure täglich als Präparat zusätzlich zur Ernährung. Die Einnahme sollte bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels fortgesetzt werden.
Sollten alle Frauen Eisen nehmen?
Nein. Eisen sollte nur nach einem Blutwert wie Ferritin und am besten nach ärztlicher Rücksprache ergänzt werden. Zu viel Eisen kann schaden, weil der Körper Überschüsse kaum ausscheiden kann.
Was brauchen Frauen in den Wechseljahren?
Im Fokus stehen Calcium (1.000 mg pro Tag) und Vitamin D, weil der Knochenabbau mit sinkendem Östrogen zunimmt. Der Eisenbedarf sinkt dagegen auf 14 mg pro Tag.
Kann ich ein normales Multivitamin in der Schwangerschaft nehmen?
Besser nicht ohne Rücksprache. Viele allgemeine Multivitamine enthalten Vitamin A als Retinol und sind für Schwangere nicht geeignet. Stimme jedes Präparat mit deiner Frauenärztin oder Hebamme ab.
Unterm Strich
Nahrungsergänzungsmittel für Frauen sind keine Frage der Packungsfarbe, sondern der Lebensphase. Mal ist Eisen das Thema, mal Folsäure, mal Calcium. Mit einem guten Speiseplan und ein paar gezielt gemessenen Blutwerten kannst du ziemlich genau herausfinden, was du gerade brauchst.
Und wenn du unsicher bist: Frag nach. Deine Frauenärztin, dein Hausarzt oder deine Hebamme kennen deine Situation besser als jedes Regal in der Drogerie.
Quellen
- DGE: Referenzwerte für Eisen
- DGE: Referenzwerte für Jod
- DGE: Referenzwerte für Vitamin B12
- Netzwerk Gesund ins Leben: Handlungsempfehlungen zur Ernährung in der Schwangerschaft
- Europäische Kommission: EU-Register der nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben
- Klug A. et al. (2024): Neubewertung der DGE-Position zu veganer Ernährung. Ernährungs Umschau 71(7).
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.













