
Vitamin D3 ist eines der meistverkauften Nahrungsergänzungsmittel – und Vitamin K2 taucht seit einigen Jahren fast immer daneben auf. Ist das Marketing oder Physiologie? Dieser Artikel erklärt, was K2 tut, warum es zu D3 passt, welche Form sinnvoll ist und wie viel du brauchst.
Was Vitamin K2 im Körper macht
Vitamin K gibt es in zwei Hauptformen: K1 (Phyllochinon) aus grünem Blattgemüse und K2 (Menachinon), das von Bakterien gebildet wird und in fermentierten Lebensmitteln vorkommt. Beide sind für die Aktivierung bestimmter Proteine nötig. Die zugelassenen Aussagen sind klar: Vitamin K trägt zu einer normalen Blutgerinnung und zur Erhaltung normaler Knochen bei.
Warum K2 zu D3 gehört
Vitamin D trägt zu einer normalen Aufnahme und Verwertung von Calcium bei. Vitamin K aktiviert das Protein Osteocalcin, das Calcium in den Knochen bindet, und Matrix-Gla-Protein, das in den Gefäßwänden vorkommt. Beide Nährstoffe arbeiten damit an derselben Aufgabe – dem Calciumstoffwechsel – an unterschiedlichen Stellen. Das ist der physiologische Grund, warum viele Rezepturen beide kombinieren. Wichtig ist, was daraus nicht folgt: Es gibt keine zugelassene Aussage, dass K2 „Gefäße schützt“ oder „Verkalkung verhindert“. Wer so wirbt, verlässt den Boden der Health-Claims-Verordnung.
MK-4 oder MK-7?
Vitamin K2 kommt in verschiedenen Kettenlängen vor. Die beiden relevanten:
- MK-4: Kurze Halbwertszeit von wenigen Stunden, deshalb in Studien meist in hohen Dosen mehrfach täglich eingesetzt.
- MK-7: Halbwertszeit von etwa drei Tagen. Eine Einnahme reicht, um über Tage stabile Blutspiegel zu halten. MK-7 wird klassisch aus Natto (fermentierten Sojabohnen) gewonnen und ist vegan.
Die längere Halbwertszeit ist der Grund, warum MK-7 in Kombinationsprodukten Standard ist – und warum es zu einem Produkt passt, das nicht täglich eingenommen wird. Bei Sun Vitamins ist genau das die Logik: eine Kapsel alle fünf Tage mit D3, K2 als MK-7, Calcium, Magnesium und Zink.
Wie viel Vitamin K2
Die DGE nennt einen Schätzwert für Vitamin K von 60 bis 80 µg täglich (K1 und K2 zusammen). Eine Obergrenze hat die EFSA nicht festgelegt, weil keine Toxizität bekannt ist. In Nahrungsergänzungsmitteln sind 50 bis 200 µg MK-7 üblich. Wer bereits ein Multi mit K2 nimmt, sollte nicht zusätzlich ein Einzelpräparat kombinieren – nicht wegen einer Gefahr, sondern weil es überflüssig ist.
Ist Vitamin K2 vegan?
MK-7 aus Natto-Fermentation ist pflanzlich. MK-4 wird häufig synthetisch hergestellt und ist ebenfalls vegan; MK-4 aus tierischen Quellen kommt in Ergänzungsmitteln selten vor. Vitamin D3 dagegen ist meist aus Wollwachs (Lanolin) und damit nicht vegan – veganes D3 stammt aus Flechten. Wie du das erkennst, erklärt unser Artikel Ist Vitamin D3 vegan?
Ein wichtiger Hinweis zu Gerinnungshemmern
Wer blutverdünnende Medikamente vom Typ Vitamin-K-Antagonist (z. B. Phenprocoumon) einnimmt, sollte Vitamin K – in jeder Form – nur nach Rücksprache mit der behandelnden Praxis ergänzen, weil es die Wirkung des Medikaments beeinflusst. Das steht auf unseren Produktseiten und gehört in jeden ehrlichen Artikel zu diesem Thema.
Häufige Fragen
Brauche ich K2, wenn ich viel grünes Gemüse esse?
Grünes Gemüse liefert K1, das der Körper teilweise in K2 umwandeln kann. Wer täglich Grünkohl, Spinat oder Brokkoli isst, ist mit Vitamin K insgesamt gut versorgt. Eine K2-Ergänzung ist dann eher Komfort als Notwendigkeit.
Kann ich D3 ohne K2 nehmen?
Ja. Beide Nährstoffe wirken unabhängig voneinander; die Kombination ist sinnvoll, aber keine Bedingung.
Warum alle fünf Tage statt täglich?
Vitamin D wird im Körper gespeichert, MK-7 hat eine lange Halbwertszeit. Studien zeigen, dass verteilte Gaben – täglich, wöchentlich oder in ähnlichen Abständen – zu vergleichbaren Blutspiegeln führen. Ein 5-Tage-Rhythmus ist eine Frage der Routine, nicht der Wirkung.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.













