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Vitalpilz-Extrakte verstehen: Doppelextraktion, Beta-Glucane, Etikett

Titelbild: KI-generiert, Darstellung beispielhaft.

Kurzantwort

Ein Vitalpilz-Extrakt ist ein Konzentrat aus Pilzen wie Reishi, Chaga oder Shiitake, bei dem Inhaltsstoffe mit Wasser und/oder Alkohol aus den festen Zellwänden gelöst werden. Bei der Doppelextraktion werden beide Verfahren kombiniert: Heißwasser löst vor allem Polysaccharide wie Beta-Glucane, Alkohol eher fettlösliche Stoffe wie Triterpene. Auf dem Etikett solltest du auf den verwendeten Pilzteil (Fruchtkörper oder Myzel), das Extraktionsverfahren und darauf achten, ob „Polysaccharide“ oder gezielt „Beta-Glucane“ angegeben sind – das ist nicht dasselbe.

Auf einen Blick

  • Pilzzellwände bestehen zu einem großen Teil aus Chitin und Glucanen – deshalb werden Pilze für Nahrungsergänzungsmittel häufig extrahiert statt nur gemahlen.
  • Heißwasser-Extraktion: löst wasserlösliche Polysaccharide, darunter Beta-Glucane.
  • Alkohol-Extraktion: löst fettlösliche Verbindungen, zum Beispiel Triterpene aus Reishi.
  • „Polysaccharide“ auf dem Etikett umfassen alle Mehrfachzucker, auch Stärke – Beta-Glucane sind nur ein Teil davon.
  • Für Pilzextrakte gibt es in der EU keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben.

Was sind „Vitalpilze“?

„Vitalpilze“ ist kein wissenschaftlicher Fachbegriff, sondern ein Sammelname aus dem deutschsprachigen Handel. Gemeint sind Speise- und Baumpilze, die in der traditionellen ostasiatischen Küche und Kultur eine lange Geschichte haben – etwa Reishi, Shiitake, Maitake oder Cordyceps. Im Englischen spricht man meist von „functional mushrooms“ oder „medicinal mushrooms“.

Einige dieser Pilze sind ganz normale Lebensmittel: Shiitake und Maitake findest du frisch oder getrocknet im Asialaden. Andere, wie Reishi oder Chaga, sind holzig und hart und werden traditionell eher als Tee-Abkochung genutzt. Gerade bei diesen harten Pilzen spielt die Extraktion eine große Rolle.

Wichtig für die Einordnung: Eine lange Tradition ist kein wissenschaftlicher Wirknachweis. Die Forschung untersucht viele Inhaltsstoffe dieser Pilze, doch für keinen Pilzextrakt gibt es in der EU eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe. Mehr zur Datenlage am Beispiel Reishi liest du in unserem Beitrag Reishi: was über den Pilz bekannt ist.

2 Stufen

Doppelextraktion: Heißwasser und Alkohol (Ethanol)

β-1,3/1,6

typische Verknüpfung pilzlicher Beta-Glucane

10:1

Beispiel Extraktverhältnis: 10 kg Pilz ergeben 1 kg Extrakt

0

zugelassene Health Claims für Pilzextrakte in der EU

Sieben Pilze im Steckbrief

Die folgende Übersicht zeigt sieben Pilze, die häufig in Pilzextrakt-Mischungen verwendet werden. Angegeben sind der wissenschaftliche Name, der natürliche Wuchsort und die Stoffgruppen, die in der Forschung besonders oft untersucht werden. Die Tabelle beschreibt Inhaltsstoffe, keine Wirkungen.

Pilz Wissenschaftlicher Name Natürlicher Wuchsort Häufig untersuchte Stoffgruppen
Reishi Ganoderma lucidum bzw. G. lingzhi Laubholz, heute meist kultiviert Polysaccharide, Triterpene (Ganoderinsäuren)
Chaga (Schiefer Schillerporling) Inonotus obliquus Birkenstämme, als knollige Wucherung (Sklerotium) Polysaccharide, Melanin-Pigmente, Triterpene wie Betulin
Cordyceps Ophiocordyceps sinensis (Wildform) Hochlagen in Tibet und im Himalaya; für Produkte meist kultiviertes Myzel Polysaccharide, Nukleoside wie Adenosin
Eichhase Polyporus umbellatus am Fuß von Laubbäumen, oft Eichen und Buchen Polysaccharide, Sterole
Lion's Mane (Igel-Stachelbart) Hericium erinaceus Laubholz, heute meist kultiviert Polysaccharide, Hericenone (Fruchtkörper), Erinacine (Myzel)
Maitake (Klapperschwamm) Grifola frondosa am Stammfuß von Eichen, kultiviert Beta-Glucane
Shiitake Lentinula edodes auf Holz, weltweit kultiviert Beta-Glucan Lentinan, Eritadenin, Ergosterol

Übersicht nach mykologischer Fachliteratur; die genannten Stoffgruppen beschreiben Forschungsschwerpunkte und sind keine Wirkaussagen.

Fruchtkörper, Myzel, Sklerotium: welcher Pilzteil?

Was wir im Wald als „Pilz“ sehen, ist nur ein Teil des Organismus. Der Fruchtkörper ist der sichtbare Teil, der Sporen bildet – also Hut und Stiel oder beim Reishi die glänzende Konsole. Das Myzel ist das unterirdische oder im Holz verborgene Geflecht aus feinen Pilzfäden, aus dem der Fruchtkörper wächst.

Chaga ist ein Sonderfall: Der schwarze, rissige Knollen an der Birke ist kein Fruchtkörper, sondern ein Sklerotium, eine sterile Wucherung aus Myzel und Holzanteilen. Beim Eichhasen wird traditionell ebenfalls häufig das Sklerotium im Boden genutzt.

Für dich ist das relevant, weil die Teile sich in ihrer Zusammensetzung unterscheiden. Beim Lion's Mane etwa werden Hericenone vor allem im Fruchtkörper, Erinacine vor allem im Myzel beschrieben. Myzel wird zudem oft auf Getreide gezüchtet; wird das Substrat mitverarbeitet, kann das Produkt einen relevanten Anteil Getreidestärke enthalten. Hilfreich ist deshalb, wenn das Etikett den verwendeten Pilzteil nennt.

Warum Pilze extrahiert werden

Pilzzellwände sind anders aufgebaut als Pflanzenzellwände. Statt Cellulose enthalten sie vor allem Chitin – denselben Gerüststoff, der auch in Insektenpanzern vorkommt – sowie Glucane und Proteine. Chitin ist für Menschen weitgehend unverdaulich.

Bei weichen Speisepilzen wie Shiitake ist das kein Problem: Durch Kochen werden sie bekömmlich, und viele Inhaltsstoffe gehen in Brühe und Sauce über. Harte Baumpilze wie Reishi oder Chaga kann man dagegen nicht einfach essen. Traditionell werden sie deshalb über Stunden als Tee ausgekocht – das ist im Grunde bereits eine Heißwasser-Extraktion.

Ein gemahlenes Pilzpulver enthält alles, was im Pilz steckt, inklusive des Chitin-Gerüsts. Ein Extrakt konzentriert dagegen die löslichen Bestandteile. Das Extraktverhältnis beschreibt, wie viel Ausgangsmaterial für eine Menge Extrakt eingesetzt wurde: Bei 10:1 werden zum Beispiel 10 kg getrocknete Pilze zu 1 kg Extrakt. Ein hohes Verhältnis sagt allerdings noch nichts darüber aus, welche Stoffe konkret angereichert wurden.

Doppelextraktion: Heißwasser plus Alkohol

Die Doppelextraktion (englisch „dual extraction“) kombiniert zwei Lösungsmittel, weil Pilzinhaltsstoffe unterschiedlich gut löslich sind. Polysaccharide wie Beta-Glucane lösen sich gut in heißem Wasser. Triterpene, zum Beispiel die bitter schmeckenden Ganoderinsäuren aus Reishi, sind dagegen eher in Alkohol löslich.

Typischerweise läuft eine Doppelextraktion in mehreren Schritten ab:

  1. Vorbereitung: Die getrockneten Pilze werden zerkleinert, damit die Lösungsmittel eine große Oberfläche erreichen.
  2. Alkohol-Extraktion: Das Pilzmaterial wird in Ethanol eingelegt bzw. mit Ethanol extrahiert. Dabei gehen fettlösliche Verbindungen in die Flüssigkeit über.
  3. Heißwasser-Extraktion: Der Rückstand wird mit heißem Wasser ausgekocht, oft über längere Zeit. Hier lösen sich die Polysaccharide.
  4. Zusammenführen und Trocknen: Beide Auszüge werden kombiniert, eingeengt und meist sprühgetrocknet. Das Ergebnis ist ein feines Extraktpulver.

Die Reihenfolge der Schritte variiert je nach Hersteller. Bei der Chaga-Extraktion ist der Alkohol-Schritt zum Beispiel relevant für Triterpene wie Betulin, die aus der Birke stammen. Bei Pilzen wie Maitake oder Shiitake, bei denen vor allem die Polysaccharide im Fokus stehen, ist eine reine Heißwasser-Extraktion verbreitet.

Gut zu wissen: Der Alkohol aus der Extraktion wird beim Eindampfen und Trocknen entfernt. Ein trockenes Extraktpulver in Kapseln ist daher etwas anderes als eine alkoholische Pilz-Tinktur. Bei flüssigen Tinkturen lohnt sich ein Blick auf den angegebenen Alkoholgehalt.

Beta-Glucane oder Polysaccharide? Der wichtige Unterschied

Polysaccharide sind Mehrfachzucker, also lange Ketten aus Zuckerbausteinen. Zu ihnen gehören sehr unterschiedliche Stoffe: Stärke, Glykogen, Cellulose, Chitin – und eben auch Beta-Glucane. Beta-Glucane sind Polysaccharide aus Glucose, die über sogenannte Beta-Bindungen verknüpft sind; bei Pilzen meist als β-1,3-Hauptkette mit β-1,6-Verzweigungen.

Für die Etikett-Lektüre ist der Unterschied entscheidend. Ein hoher „Polysaccharid“-Gehalt kann auch Alpha-Glucane wie Stärke enthalten, etwa aus Getreide-Substrat bei Myzelprodukten oder aus zugesetzten Trägerstoffen. Die Angabe „Polysaccharide“ ist also ein breiter Wert, „Beta-Glucane“ ein engerer.

Auch die Messmethode spielt eine Rolle. Einfache Zuckerbestimmungen erfassen alle Polysaccharide gemeinsam. Spezifische enzymatische Testverfahren können Beta-Glucane von Alpha-Glucanen unterscheiden. Hersteller, die Beta-Glucane ausweisen, sollten im Idealfall die Methode nennen können.

Ein häufiger Stolperstein: Die in der EU zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben zu Beta-Glucanen beziehen sich ausschließlich auf Beta-Glucane aus Hafer und Gerste. Sie lassen sich nicht auf Pilz-Beta-Glucane übertragen, die eine andere chemische Struktur haben.

Etiketten lesen: die Checkliste

Mit diesen Fragen kannst du Pilzextrakt-Produkte sachlich vergleichen. Viele Punkte decken sich mit unserer allgemeinen Transparenz-Checkliste für vegane Supplements.

  1. Pilzart: Ist der wissenschaftliche Name angegeben, zum Beispiel Hericium erinaceus statt nur „Lion's Mane“?
  2. Pilzteil: Wird zwischen Fruchtkörper, Myzel oder Sklerotium unterschieden?
  3. Pulver oder Extrakt: Handelt es sich um gemahlenes Pilzpulver oder um einen Extrakt – und wenn ja, mit welchem Verfahren (Heißwasser, Alkohol, doppelt)?
  4. Menge pro Tagesportion: Steht die Extraktmenge in Milligramm pro Tagesdosis klar in der Nährstofftabelle?
  5. Standardisierung: Werden Polysaccharide oder Beta-Glucane in Milligramm oder Prozent angegeben – und ist klar, welcher der beiden Werte gemeint ist?
  6. Prüfung: Gibt der Hersteller an, ob auf Schwermetalle, Pestizide und Mikrobiologie geprüft wird? Was „laborgeprüft“ konkret bedeuten sollte, erklärt unser Beitrag Was laborgeprüft wirklich heißt.
  7. Aussagen: Werden Wirkungen der Pilze versprochen? Das wäre ein Warnsignal, denn zugelassene Angaben gibt es dafür nicht.

Ein Beispiel aus unserem Sortiment: Der Yes Vegan Mushroom Complex enthält Extrakte aus sieben Pilzen – Chaga, Cordyceps sinensis, Eichhase, Lion's Mane, Maitake, Reishi und Shiitake. Die Tagesdosis von 4 Kapseln liefert je 340 mg Extrakt jedes Pilzes, zusammen 714 mg Polysaccharide, sowie Vitamin B2 (1,4 mg), Vitamin B5 (6 mg) und Vitamin B6 (1,4 mg), jeweils 100 % des Nährstoffbezugswerts. Riboflavin (Vitamin B2) trägt zur Erhaltung normaler Schleimhäute bei. Pantothensäure (Vitamin B5) trägt zu einer normalen geistigen Leistung bei. Vitamin B6 trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Diese Angaben gelten nur für die Vitamine, nicht für die Pilzextrakte.

KI-generierte Abbildung (beispielhaft): Yes Vegan Mushroom Complex – einheitliches Premium Titelbild

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Mythos vs. Fakt

Mythos: Je höher das Extraktverhältnis, desto besser das Produkt.

Fakt: Das Extraktverhältnis zeigt nur, wie viel Ausgangsmaterial eingesetzt wurde. Aussagekräftiger sind Angaben zum Pilzteil, zum Verfahren und zu klar definierten Inhaltsstoffen pro Tagesportion.

Mythos: „Polysaccharide“ und „Beta-Glucane“ meinen dasselbe.

Fakt: Beta-Glucane sind eine Untergruppe der Polysaccharide. Der Polysaccharid-Wert kann auch Stärke und andere Mehrfachzucker umfassen.

Mythos: Doppelextraktion ist immer überlegen.

Fakt: Sie ist sinnvoll, wenn sowohl wasser- als auch alkohollösliche Stoffe gewünscht sind, etwa bei Reishi oder Chaga. Bei Pilzen, bei denen Polysaccharide im Mittelpunkt stehen, ist Heißwasser-Extraktion gängig.

Mythos: Was in der Tradition lange verwendet wird, ist wissenschaftlich belegt.

Fakt: Tradition ist ein guter Grund für Forschung, aber kein Wirknachweis. Für Pilzextrakte gibt es in der EU keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben.

Rechtlicher Rahmen und Verträglichkeit

Pilzextrakte in Nahrungsergänzungsmitteln sind in der EU Lebensmittel. Für gesundheitsbezogene Aussagen gilt die Health-Claims-Verordnung (EG) Nr. 1924/2006: Erlaubt sind nur Angaben, die im EU-Register zugelassen sind. Für Reishi, Chaga, Cordyceps und Co. ist das nicht der Fall – seriöse Anbieter beschränken sich deshalb auf Beschreibungen von Herkunft und Inhaltsstoffen.

Daneben regelt die Novel-Food-Verordnung (EU) 2015/2283, welche Lebensmittel vor ihrer Vermarktung eine Zulassung benötigen. Ob ein Pilz oder ein bestimmter Pilzteil als neuartig gilt, hängt davon ab, ob er vor Mai 1997 in nennenswertem Umfang in der EU verzehrt wurde.

Zur Verträglichkeit: Shiitake sollten immer gut durchgegart gegessen werden, weil roher oder unzureichend gegarter Shiitake bei manchen Menschen Hautreaktionen auslösen kann – darauf hat auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hingewiesen. Chaga gilt als vergleichsweise oxalatreich; wer zu Nierensteinen neigt oder eine Nierenerkrankung hat, klärt die Verwendung am besten vorher ärztlich ab. Das gilt ebenso bei Schwangerschaft, Stillzeit und regelmäßiger Medikamenteneinnahme.

Praktisch für deine Routine: Unser Mushroom Complex wird vor einer Mahlzeit mit ausreichend Wasser eingenommen. Allgemeine Tipps zum Timing findest du im Beitrag Supplements nüchtern oder zum Essen?. Wenn du noch unsicher bist, welche Produkte überhaupt zu dir passen, hilft dir unser Routine-Finder.

Häufige Fragen

Was bedeutet Doppelextraktion bei Pilzen?

Doppelextraktion bedeutet, dass Pilzmaterial nacheinander mit zwei Lösungsmitteln extrahiert wird: mit heißem Wasser und mit Alkohol (Ethanol). Heißwasser löst vor allem Polysaccharide wie Beta-Glucane, Alkohol eher fettlösliche Verbindungen wie Triterpene. Beide Auszüge werden anschließend zusammengeführt und getrocknet. Das Verfahren ist besonders bei harten Baumpilzen wie Reishi und Chaga verbreitet, deren Inhaltsstoffe unterschiedlich gut löslich sind.

Was ist der Unterschied zwischen Pilzpulver und Pilzextrakt?

Pilzpulver ist der getrocknete und gemahlene Pilz – mit allem, was darin steckt, einschließlich des schwer verdaulichen Chitin-Gerüsts der Zellwände. Ein Extrakt entsteht, indem lösliche Bestandteile mit Wasser und/oder Alkohol herausgelöst, konzentriert und getrocknet werden. Pro Gramm enthält ein Extrakt daher andere Mengenverhältnisse als ein Pulver. Welche Stoffe angereichert sind, hängt vom Verfahren ab und sollte auf dem Etikett nachvollziehbar sein.

Sind Beta-Glucane und Polysaccharide dasselbe?

Nein. Polysaccharide ist der Oberbegriff für alle Mehrfachzucker, darunter Stärke, Cellulose, Chitin und Beta-Glucane. Beta-Glucane sind eine bestimmte Gruppe von Polysacchariden aus Glucose mit Beta-Verknüpfungen. Ein angegebener Polysaccharid-Gehalt kann deshalb auch Stärke enthalten. Wer gezielt vergleichen will, achtet darauf, welcher Wert genannt wird und mit welcher Methode er bestimmt wurde.

Ist Fruchtkörper besser als Myzel?

Das lässt sich pauschal nicht sagen, denn Fruchtkörper und Myzel sind unterschiedliche Teile des Pilzes mit teils unterschiedlicher Zusammensetzung. Beim Lion's Mane werden zum Beispiel Hericenone vor allem im Fruchtkörper und Erinacine vor allem im Myzel beschrieben. Bei Myzel auf Getreidesubstrat kann zudem Stärke ins Produkt gelangen. Entscheidend ist Transparenz: Der verwendete Pilzteil sollte auf dem Etikett stehen.

Gibt es zugelassene Health Claims für Vitalpilze?

Nein. Für Pilzextrakte wie Reishi, Chaga, Cordyceps, Lion's Mane, Maitake, Shiitake oder Eichhase gibt es in der EU keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben. Die zugelassenen Angaben zu Beta-Glucanen gelten nur für Hafer und Gerste. Enthält ein Pilzprodukt zusätzlich Vitamine, dürfen deren zugelassene Angaben im genauen Wortlaut genannt werden – etwa dass Vitamin B6 zu einer normalen Funktion des Immunsystems beiträgt.

Wie lange reicht eine Dose Mushroom Complex?

Eine Dose Mushroom Complex enthält 180 Kapseln. Bei der empfohlenen Tagesdosis von 4 Kapseln, eingenommen vor einer Mahlzeit mit ausreichend Wasser, reicht sie 45 Tage. Die Tagesdosis liefert je 340 mg Extrakt aus sieben Pilzen, zusammen 714 mg Polysaccharide, sowie je 100 % des Nährstoffbezugswerts an Vitamin B2, B5 und B6. Die empfohlene tägliche Verzehrmenge solltest du nicht überschreiten.

Quellen

  • Europäische Kommission: EU-Register der nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben (VO (EG) Nr. 1924/2006, VO (EU) Nr. 432/2012) – ec.europa.eu
  • Verordnung (EU) 2015/2283 über neuartige Lebensmittel (Novel Food)
  • Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA): Novel Food und gesundheitsbezogene Angaben – efsa.europa.eu
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Informationen zu Pilzen und Nahrungsergänzungsmitteln – bfr.bund.de
  • NIH Office of Dietary Supplements: Fact Sheets zu Riboflavin, Pantothensäure und Vitamin B6 – ods.od.nih.gov

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026 · Yes Vegan Redaktion

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