Kurzantwort: „Laborgeprüft“ ist kein geschützter Begriff. Er sagt nur, dass irgendein Labor irgendetwas geprüft hat. Aussagekräftig wird er erst mit drei Angaben: was geprüft wurde (Gehalt, Schwermetalle, Mikrobiologie, Pestizide), von wem (akkreditiertes, unabhängiges Labor) und wie oft (jede Charge oder einmalig). Wer diese drei Fragen nicht beantwortet, hat eine Marketingfloskel, keine Qualitätsaussage.
Was in der EU ohnehin Pflicht ist
Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel. Hersteller müssen ein Qualitätssicherungssystem betreiben (HACCP), die Kontaminantenhöchstgehalte der EU-Verordnung 2023/915 einhalten (Blei, Cadmium, Quecksilber, Arsen) und die Kennzeichnung nach LMIV und NemV korrekt führen. „Laborgeprüft“ ist also in Teilen einfach die Einhaltung des Gesetzes – nichts, wofür man ein Siegel verdient.
Die drei Fragen, die den Unterschied machen
1. Was wurde geprüft?
- Gehalt (Identität und Menge): Ist wirklich drin, was draufsteht? Bei Vitaminen und Mineralstoffen die wichtigste Prüfung.
- Schwermetalle: Relevant vor allem bei pflanzlichen Rohstoffen (Algen, Kräuter, Reisprotein).
- Mikrobiologie: Keime, Hefen, Schimmel – bei Pulvern und Kapseln mit Pflanzenanteil.
- Pestizide, PAK, Mykotoxine: Je nach Rohstoff.
2. Wer hat geprüft?
Ein nach ISO 17025 akkreditiertes Labor arbeitet nach validierten Methoden und wird selbst überwacht. Eine Eigenkontrolle des Herstellers ist etwas anderes als eine unabhängige Analyse. Beides kann sinnvoll sein – aber es sollte klar sein, was gemeint ist.
3. Wie oft?
Eine Analyse aus 2021 sagt wenig über die Charge in deiner Hand. Chargenbezogene Prüfung ist der Standard, den man verlangen sollte.
Wie Yes Vegan damit umgeht
Wir sagen nicht pauschal „laborgeprüft“ auf jede Dose. Unsere Produkte werden in der EU hergestellt – überwiegend in Österreich, einzelne in Deutschland und Slowenien – und die Produktionsbetriebe arbeiten nach zertifizierten Qualitätssystemen. Ausgewählte Parameter lassen wir durch externe Labore prüfen; Herkunfts- und Prüfhinweise nennen wir nur dort, wo sie für das konkrete Produkt vorliegen. Die Details stehen auf Qualität & Transparenz und die Quellen unserer Aussagen auf Forschung & Quellen. Wenn du für ein bestimmtes Produkt eine Frage hast, beantworten wir sie – lieber konkret als mit einem Siegel.
Rote Flaggen beim Einkauf
- „Laborgeprüft“ ohne Angabe von Parametern oder Labor.
- Siegel, die vom Anbieter selbst gestaltet wurden.
- „100 % rein“, „apothekenrein“, „pharmazeutische Qualität“ – keine definierten Begriffe für Lebensmittel.
- Analysezertifikate, die nicht zur Charge passen oder Jahre alt sind.
Häufige Fragen
Ist ein Produkt ohne „laborgeprüft“ schlechter?
Nicht zwingend. Die gesetzlichen Anforderungen gelten für alle. Entscheidend ist, was der Anbieter nachvollziehbar dokumentiert.
Kann ich ein Analysezertifikat anfordern?
Bei seriösen Anbietern ja. Bei uns: E-Mail mit Produkt und Chargennummer genügt.
Was ist mit Bio- oder Vegan-Siegeln?
Das sind geschützte, extern zertifizierte Kennzeichnungen mit definierten Kriterien – ein anderer Fall als „laborgeprüft“. Mehr zur Prüfung eines Produkts in Vegane Supplements erkennen: 7 Fragen.
Klarheit statt großer Versprechen
Was wir prüfen, wo wir produzieren und was wir nicht behaupten – auf einer Seite.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.
